Jeden Tag bei Wind und Wetter unterwegs zu den Patienten – das gilt für alle ambulanten Pflegedienste. Eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Mannheim feiert in diesen Tagen Jubiläum: die katholische Sozialstation Alphonsa Maria Eppinger in Mannheim-Neckarstadt wurde 1979 gegründet.
Die vier Neckarstadtpfarreien Herz Jesu, St. Bernhard, St. Bonifatius und St. Nikolaus riefen die Station ins Leben, um auch nach dem altersbedingten Abzug der Ordensschwestern die Kranken- und Altenpflege zu Hause bei den Neckarstädtern leisten zu können. Das Jubiläum wurde am 25. Oktober mit einem Festgottesdienst und einem Empfang in der Pfarrei St. Bonifatius gefeiert.
In 30 Jahren hat sich viel verändert – vor allem die gesetzliche Grundlage durch die Pflegeversicherung hat die finanzielle Situation „sehr verschärft“, weiß Horst Schmelcher, der seit Beginn an ehrenamtlich die Geschäfte der Station führt. „Die äußeren Rahmenbedingungen zu Betrieb einer Sozialstation sind nicht gerade günstig.“ Doch auch die Ansprüche an das Personal sind stetig gewachsen: „Es kamen viele neue Aufgaben hinzu“, sagt Pflegedienstleiterin Viktorija Höfer, die bereits seit 16 Jahren in der Station arbeitet. „Zu Beginn waren wir sieben Mitarbeiter, heute sind es zwölf.“ Zwischen 6.45 Uhr und 21 Uhr flitzen Mitarbeiter der Station in ihren roten Kleinwagen durch die Neckarstadt, das Wohlgelegen und über die Friesenheimer Insel von Patient zu Patient, danach besteht Rufbereitschaft, auch am Wochenende. Ohne entsprechendes Engagement der Mitarbeiter wäre die Arbeit nicht zu leisten, betont Höfer und lobt: „Ich habe ein tolles Team hier, in dem sich jede und jeder sehr gut einbringt“.
Die Mitarbeiter der Sozialstation seien bei vielen der Patienten oft der letzte Kontakt zur Außenwelt. Auch wenn der zeitliche Druck steigt, nehmen die Pflegekräfte diese Verantwortung sehr ernst. Die Menschenwürde und eine Pflege im christlichen Sinn sind für Leitung und Mitarbeiter wichtige Orientierungslinien. Da ist es fast schon selbstverständlich, dass die meist älteren und gehbehinderten Patienten der Station zum Jubiläumsfest am 25. Oktober in St. Bonifatius auf Wunsch abgeholt und später nach Hause begleitet wurden.
Lob für ihren Einsatz bekamen die Pflegekräfte dafür von Stadtdekan Karl Jung: „Den Menschen in ihren jeweiligen Nöten und Bedürfnissen zu helfen, ist ein großes Anliegen des Evangeliums.“ Die Mitarbeiter in der Sozialstation seien daher nahe an den Menschen und zugleich am Evangelium dran, das sie zur Nächstenliebe motiviere. Dekan Jung leitete den Festgottesdienst in St. Bonifatius zusammen mit den anderen katholischen Pfarrern der Neckarstadt. In Grußwort sprach auch Caritasdirektorin Regina Hertlein vom Caritasverband Mannheim, die den Wert der Sozialstationen hervorhob: „Die Menschen sollen möglichst lange zu Hause, in ihrer vertrauten Umgebung, versorgt werden, das ist das Ziel der Sozialstationen.“
Als Zeichen des Dankes und der Erinnerung hat die Sozialstation einen „Neckarstadt-Kalender“ für 2010 herausgegeben. Die Festgabe zeigt Bilder des bekannten Fotografen Thommy Mardo. Mardo hat die vier katholischen Kirchen des Stadtteils und interessante Details dieser Gotteshäuser eingefangen. „Wir finden, dass der Kalender gelungen ist“, freuen sich der ehrenamtliche Geschäftsführer Horst Schmelcher und Pflegedienstleiterin Viktorija Höfer. In den nächsten Tagen und Wochen wollen die beiden alle Patienten, Sponsoren und Freunde der Sozialstation damit beschenken.
Bildinfos: 1) Beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Bonifatius – Eucharistiefeier mit Dekan Karl Jung und weiteren Priestern aus Mannheim-Neckarstadt. 2) Präsentieren stolz die Jubiläumsgabe der Sozialstation: Horst Schmelcher und Schwester Viktorija Höfer mit Stadtdekan Karl Jung.
( Autor: PRESSESTELLE )