
Am Dreifaltigkeitssonntag, 30. Mai, ist Pater Dr. Stefan Kiechle, Superior des Jesuitenordens in Mannheim, in „seiner“ 11.30 Uhr-Jesuitenmesse feierlich verabschiedet worden. Er wird zum 1. September das Amt des Provinzials der Deutschen Provinz der Jesuiten mit Sitz in München antreten.
Die lackrote Blütenscheide einer Flamingoblume aus einem Blumenarrangement im Altarraum fiel just in dem Moment zu Boden, als Pater Kiechle seine letzte Predigt in der Jesuitenkirche beendet hatte, als wolle sie sagen „Auf Wiedersehen“. „Leider muss ich nach so kurzer Zeit wieder aus Mannheim weg“, sagte Stefan Kiechle mit sichtlichem Bedauern. Nur drei Jahre hatte der Theologe in der Quadratestadt wirken können und doch, so Dekan Karl Jung in seiner Würdigung, maßgebliche Impulse gegeben. „Als Leiter der Offenen Tür im Haus der katholischen Kirche, mit den Predigten in der Jesuitenkirche und überall in Mannheim hat er sich als theologischer Künstler und Inspirator gezeigt.“ Er wünsche Stefan Kiechle, dass er auch weiterhin solch positive Anstöße gebe und, dass man jetzt deutschlandweit auf ihn höre, sagte der Dekan.
Dr. Kiechle hatte im September 2007 als Superior der Gesellschaft Jesu (Societas Jesu – SJ) in Mannheim die Nachfolge von Pater Werner Holter SJ und als Leiter der Beratungsstelle „Offene Tür“, die Nachfolge von Pater Ludwig Schuhmann SJ angetreten. Einen Namen hat sich Kiechle, der auch Dozent an der Hochschule für Philosophie in München ist, daneben als Buchautor mit der Herausgabe der „Ignatianischen Impulse“ gemacht. Der gebürtige Freiburger wurde im Gottesdienst nicht nur mit der „Missa simplicitate“ von Jean Langlais feierlich verabschiedet – die Gottesdienstteilnehmer feierten auch den 50. Geburtstag des Theologen, den dieser wenige Tage zuvor begangen hatte. Beim dem, sich an die Eucharistiefeier anschließenden Empfang im Hof des Dekanates war auch deshalb „großes Händeschütteln“ angesagt.
( Autor: BETTINA HENKELMANN )