
Zum Abschluss des Sprachförderprogramms "Sag mal was" präsentierten die Kindergärten in katholischer Trägerschaft Ideen, Materialien und Angebote zur Sprachförderung im Vorschulalter.
„Die Kinder kommen ohne Wortschatz zu uns“, sagt Doris Karwowsky, Erzieherin im katholischen Kindergarten St. Raphael. 95 Prozent aller Kinder in der Neckarstadter Einrichtung haben einen Migrationshintergrund – für die Fachkräfte dort eine große Herausforderung. „Wir arbeiten mit allem, was zu sehen und für die Kinder greifbar ist“, erläutert die Erzieherin. Dazu zählen auch kleine naturwissenschaftliche Versuche: Aus zwei Plastikflaschen, Sand und Watte entstand im Kindergarten mit einfachen Mitteln eine Mini-Kläranlage. Ein Experiment, das nicht nur Wörter vermittelte, sondern die Kinder auch zum Erzählen angeregte.
Das Beispiel aus der Neckarstadt ist nur eine von vielen Ideen zur Sprachförderung, die am Dienstag, 13. Juli, Mannheims katholische Kindergärten in einer Ausstellung präsentierten. Anlass war der Abschluss des diesjährigen Sprachförderprogramms „Sag mal was“, ein von der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziertes Projekt, mit dem Ziel, Kinder im Vorschulalter beim Erwerb der deutschen Sprache besonders zu fördern. „Die Ausstellung zeigt Ihr großes Engagement und die wichtige Arbeit, die Sie tagtäglich leisten“, sagte Eckhard Berg, Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Mannheim, der an diesem Tag zusammen mit der Fachreferentin für Sprache Ulrike Rezavandy auch 14 Erzieherinnen und Erziehern Zertifikate über ihre Teilnahme an einer Fortbildung zur Sprachförderkraft überreichte.
„Durch die Fortbildung entsteht ein neues Bewusstsein für die eigene Sprache und Sprachentwicklung. Davon habe ich sehr profitiert“, berichtet Barbara Hammel, die an diesem Tag ihr Zertifikat entgegennahm. Im Kindergarten St. Nikolaus ist sie extra für die Sprachförderung angestellt. Gebastelt hat sie auch eine Weltkarte mit den Kindern, die so gegenseitig etwas über die Herkunftsländer ihrer Familien, die dortige Sprache und Lebensweise erfahren. „Wir wollen das Gefühl vermitteln, dass beides gut ist, nicht nur die deutsche Sprache und Kultur, sondern auch das, was die Kinder von zu Hause kennen“, erläutert sie.
Schon seit 2003 beteiligen sich die 44 Mannheimer Kindergärten in katholischer Trägerschaft, in denen rund die Hälfte der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund stammt, an dem Projekt der Landesstiftung. Fast 100 Erzieherinnen wurden seitdem in Sprachförderung geschult. Zufrieden geben könne man sich damit allerdings nicht, wie Ulrike Rezavandy betont. „Sprachförderung ist existentiell und müsste eigentlich in Kleingruppen schon ab dem ersten Tag im Kindergarten möglich sein, nicht erst im letzten Jahr vor der Schule.“ Bisher unterstützt das Projekt „Sag mal was“ der Landesstiftung ausschließlich die Förderung von Kindern im Vorschulalter.
( Autor: PRESSESTELLE )