Auch in diesem Jahr hat Marianne Seitz in bewährter Weise eine Wallfahrt zum Heiligen Blut nach Walldürn am 18. Juni organisiert. Die Pilgergruppe wurde dabei auch von einem geistlichen Begleiter unterstützt. Pfarrer Dr. Joachim Dauer begleitete die Wallfahrer und zelebrierte später den Gottesdienst mit. Während der Busfahrt wurde gemeinsam der glorreiche Rosenkranz gebetet und es wurden einige Lieder gesungen. Gemeinsam unterwegs zu sein, am Wallfahrtsort für persönliche Anliegen zu beten oder für die vielfältigen Geschenke des Lebens zu danken, ist für viele Menschen eine bereichernde und schöne Erfahrung. Eine Wallfahrt erinnert zudem daran, dass der gesamte Lebensweg einer Pilgerreise gleicht – unterwegs zu Gott und getragen von Hoffnung und Vertrauen. In Walldürn verehrt man in der Wallfahrtskirche über dem Blutaltar ein uraltes Korporale (ein serviettengroßes Leintuch, wie es noch heute beim Gottesdienst als Unterlage für Kelch und Hostie benutzt wird), das in einem Silberschrein verwahrt wird.
Die Wallfahrt „Zum Heiligen Blut“ geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete. Da kippte versehentlich einem Prieser der Kelch mit Messwein um, und tränkte die Korporale. Dabei bildeten sich auf dem Tuch Umrisse des Gekreuzigten und mehrere Köpfe. Dieses Blutwunder von Walldürn begründet bis heute die Wallfahrt. Das feierliche Pontifikalamt las Weihbischof Dr. Josef Graf, aus Regensburg, eine Krankensalbung schloss sich an. Am Ausgang erhielt jeder Besucher ein Antonius-Brötchen, das im Gedenken an den heiligen Antonius von Padua mit auf den Weg gegeben wird. Es blieb noch genügend Zeit beispielsweise eine Wallfahrtkerze zu erwerben, die traditionell am Marienaltar aufgestellt wird.
Das gemeinsame Mittagessen wurde, wie bereits in den vergangenen Jahren im Gasthaus „Zum Hirsch“ eingenommen. Gut gestärkt setzte die Pilgergruppe am Nachmittag ihre Fahrt nach Amorbach fort. Das zauberhafte Städtchen im Odenwald beeindruckte die Teilnehmer mit seinen Sehenswürdigkeiten. Nach einer gemütlichen Kaffeepause im "Café Schlossmühle", versammelten sich die Pilger in der nicht weit entfernten Amorsbrunner Kapelle. An dieser Stelle ist eine Quelle bezeugt, von der aus ab dem 8. Jahrhundert der Odenwald christianisiert worden sein soll. Im 12. Jahrhundert wurde über der Heilwasser-Quelle ein romanisches Kirchlein errichtet, dessen Reste sich im heutigen Bauwerk wiederfinden. Hier feierte die Gruppe mit Pfarrer Dauer eine Andacht, die von großer Freude und Besinnlichkeit geprägt war. Von vielen schönen Eindrücken erfüllt und im Glauben gestärkt, kehrte die Pilgergruppe zurück nach Seckenheim.
Text u. Foto: Gisela Warzok

