Toulonreise der Gemeinde St. Lioba

25.06.2026 | Christi Himmelfahrt in Südfrankreich: Von kulturelle Entdeckungen in Marseille bis zu den spektakulären Calanques bei Cassis

In diesem Jahr feierten wir einen besonderen Gottesdienst unter freiem Himmel vor der Kapelle Christ Roi, die in Sainte-Musse, einem Stadtteil im Osten Toulons, liegt. Der Gottesdienst wurde von Père Michel, der auch unserer Partnergemeinde St. Thérèse vorsteht, geleitet. In Sainte Musse kümmert sich eine gemeinnützige Organisation, „Le Rocher – Oasis des cités“, besonders um bedürftige Menschen. Dazu wurden im Untergeschoss der Kapelle Renovierungsarbeiten durchgeführt, um sie als Anlaufpunkt für ihre Mission zu nutzen. Zudem wurde das ehemalige Kloster der Salesianerinnen in ein Altenheim umgewandelt. Am Tag der Auferstehung Jesu wurden all diese unterschiedlichen Gruppierungen, unsere Partnerschaftsgruppe eingeschlossen, in die Liturgie dieses Gottesdienstes durch Père Michel miteingebunden. Im Anschluss gab es bei einem Aperitif die Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und dabei Näheres über die Menschen vor Ort zu erfahren. Bei einem typisch provenzalischen Mittagessen „Aioli“ in Solliès-Pont konnten wir das Wiedersehen oder auch neu Kennenlernen mit unseren Gastfamilien feiern. Nach einem entspannten Nachmittag ging es am Abend zu einem Apéro & Pétanque in ein Weinlokal. Dort konnten wir uns in deutsch-französischen Gruppen beim Boulespielen messen und uns zwischendurch an einem wunderschönen Buffet mit allerlei Spezialitäten stärken.
 
Unser Ganztagesausflug führte uns in diesem Jahr nach Marseille, unter die Erdoberfläche. In der nachgebauten Höhle Cosquer konnten wir Höhlenmalereien von 33.000 bis 19.000 vor Christus bestaunen. Zuvor gab es eine kulinarische Stärkung in der Nähe des alten Hafens, im Quartier Le Panier. Kleine Boutiquen, Streetart und dörflicher Charme haben dieses Viertel zum „quartier branché“, ähnlich unserem Jungbuschviertel in Mannheim, werden lassen.
 
Am darauffolgenden Tag sollte es noch einmal in die Natur gehen. Das malerische Städtchen Cassis empfing uns bei strahlendem Sonnenschein, gepaart mit dem für Südfrankreich typischen Mistralwind. Die ursprünglich geplante Bootstour mit der Besichtigung von fünf Buchten musste daher auf drei „Calanques“ reduziert werden. Fasziniert beobachteten wir die Felskletterer, die die steilen Kalksteinklippen emporstiegen, neben uns kristallklares, türkisfarbenes Wasser mit unzähligen Fischschwärmen in allen Farben. Wieder an Land schlenderten wir durch die verwinkelten Gässchen des idyllischen Ortes Sanary.
 
Neben all diesen wunderschönen Ausflugszielen waren unsere Tage gefüllt mit Freude, schönen Begegnungen und aufrichtigem Austausch. Bei unserem letzten Abendessen mit „Couscous“ in Hyères, schwankte die Stimmung demnach auch zwischen ausgelassener Heiterkeit und Abschiedsschmerz. Was uns bleibt sind Dankbarkeit für die Gastfreundschaft, schöne Erinnerungen und die Hoffnung auf neue Begegnungen im Jahr 2027.
 
Text: Silke Beck | Foto: Killian Cartignies/unsplash.com