Weil sich Qualität lohnt

20.08.2025 | Elf weitere katholische Kitas starten mit Quintessenz-Zertifikat ins neue Kindergartenjahr

„Wir dachten erst: Noch ein Projekt – noch mehr Papierkram. Aber dann hat’s richtig gezündet!“ So beschreiben Leitungen katholischer Kitas, ihren Start mit dem Qualitätsmanagementsystem Quintessenz. Denn was mit einem Schulungs-Modellprojekt vor drei Jahren in Einrichtungen in Mannheim, Edingen-Neckarhausen und Ilvesheim begann, ist heute für viele pädagogische Teams im Dekanatsgebiet ein echter „Gamechanger“. 
 

30 Einrichtungen arbeiten mittlerweile mit ihrer exklusiven „Qualitätsbrille“ im Alltag. Was sie sehen? Den Kita-Alltag – klarer, bewusster, selbstbewusster. „Wir haben plötzlich mit ganz anderen Augen auf unseren Tagesablauf geschaut. Was läuft gut? Wo hakt es? Und vor allem: Was brauchen wir, um richtig gut zu sein?“, beschreiben es die neuesten Absolvent:innen der Schulungsmodule bei der Zertifikatsübergabe. 
 
Haltung und Veränderung 
Bei der feierlichen Übergabe wurde sichtbar, was „Quintessenz“ beinhaltet: „Einen gemeinsamen Weg und einen Segen für die Praxis“, fasste Dekan Karl Jung zusammen. Gleichzeitig sei es ein klares Zeichen dafür, dass Qualität in Kitas nicht nebenbei entstehe. Gemeinsam mit Katharina Ruser vom Diözesan-Caritasverband (DiCV) überreichte er diesen Kitas ihre Urkunden: Ökumenisches Kinderhaus Neuostheim, St. Peter (Schwetzingerstadt), St. Josef (Sandhofen), Guter Hirte (Schönau), St. Raphael (Schönau), St. Hildegard (Käfertal), Zwölf Apostel 2 (Vogelstang) St. Agnes (Seckenheim), St. Franziskus (Friedrichsfeld), St. Josef (Rheinau), Kinderhaus Maria + Josef (Almenhof). 
 
Entwickelt wurde Quintessenz vom Diözesan- Caritasverband, der das Qualitätsmanagementsystem bereits seit Jahren für katholische Kitas in der Erzdiözese Freiburg anbietet. Aus der Empfehlung macht Katholische Kirche in Mannheim einen Standard, weshalb alle Teams bis 2026 darin qualifiziert werden. Gemeinsam mit dem DiCV entwickelte daher die Katholische Gesamtkirchengemeinde (GKG) Mannheim 2022 passende Schulungsmodule, um Qualität in der Kita mit Quintessenz messbar, spürbar und im Alltag machbar zu machen. „Quintessenz ist nämlich kein trockenes Handbuch – es ist ein lebendiger Prozess, eine Haltung, ein System, das stärkt“, sagen Lisa Stegerer und Ulrike Trosdorff. 
 
„Höhle der Löwen“ lässt grüßen 
In einem charmant-augenzwinkernden Format à la „Die Höhle der Löwen“ präsentierten die Fachreferentinnen für Frühkindliche Bildung und Qualitätsentwicklung im Kindergartenwesen der Katholischen Gesamtkirchengemeinde (GKG) Mannheim nochmals das modulare Schulungskonzept. Es besteht aus sechs Themenschwerpunkten: Leitungskompetenz, Teamdynamik, Partizipation von Kindern und Eltern und um den gelebten Glauben im Alltag. Besonders beliebt: die sogenannte „Goldbach-Frage“ – eine ehrliche Reflexion darüber, was gerade wirklich dringend und wichtig ist. 
 
Dabei bleibt „Quintessenz“ nie abstrakt. Die Module setzen auf „SMARTE“ Ziele, Reflexion und auf konkrete Umsetzungsideen, die in der Kita- Praxis funktionieren. Das pädagogische Team wird nicht mit Theorie überfrachtet, sondern aktiviert. Viele berichten davon, dass sie sich durch das System erstmals ernsthaft mit Qualität im eigenen Haus auseinandergesetzt haben – und dass es sich überraschend gut anfühlt. 
 
Struktur statt Stress 
„Wir dachten: Das wird viel – und dann haben wir plötzlich richtig Struktur gespürt. Und Zeit gewonnen, weil wir anders hingeschaut haben.“ Der sprichwörtliche Caritas-rote Quintessenz- Ordner wurde zum aktiven Begleiter: in Teamsitzungen, Konzeptprozessen und bei der Selbstreflexion. Qualität wurde greifbar. Und plötzlich wurde auch klar, wie viel bereits da – und wie viel noch möglich sei, berichten die Teams. „Wir sind gewachsen: als Team, als Persönlichkeiten und in dem, was uns wichtig ist.“ 
 
Glaube als Fundament 
Als kraftvoll und wohltuend beschreiben die Teilnehmer:innen auch die Verbindung mit dem katholischen Profil ihrer Kitas. Nächstenliebe, Vertrauen, Respekt und Hoffnung sind kein Beiwerk, sondern Fundament bei Quintessenz: „Unser Glaube ist nicht das Extra – er ist der Boden, auf dem alles wächst.“ Gerade in stressigen Situationen helfe dieser Blick auf den Menschen, Haltung zu bewahren und Entscheidungen zu treffen, die tragen. Nicht nur für die Kinder – sondern auch im Team. 
 
Reise geht weiter 
„Kita-Qualität kann man sehen, spüren und gemeinsam weiterentwickeln“, sind sich Kita-Teams und GKG-Fachreferentinnen einig. Auch wenn es inzwischen das dritte Mal ist, dass die Fachreferentinnen gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Goldbach und den pastoralen Ansprechpersonen für die Kitas im Dekanatsgebiet diese Module geschult und die Teams begleitet haben, tut auch ihnen dieses Feedback gut. „Wir sehen, wie Quintessenz wirkt.“ 
Denn Quintessenz sei per se ein Prozess, ein Werkzeug und manchmal ein Katalysator für Veränderung. Im September starten daher auch die letzten der insgesamt 38 Kitas mit den Quintessenz-Schulungen durch. Die Rückmeldungen der Einrichtungen geben jetzt auch Rückenwind für weitere Verstätigungsangebote: Die Reise ist damit also nicht zu Ende. „Das System stärkt dauerhaft die pädagogische Qualität und das Miteinander – im Team, mit den Familien und mit dem Kita-Träger.“ schu / Bilder: kathma.de/Schuhmann