Dekan Karl Jung: Abschied nach 20 Jahren

10.10.2025 | Festgottesdienst am 16. Oktober um 18 Uhr in der Mannheimer Jesuitenkirche mit Generalvikar Christoph Neubrand und anschließendem Begegnungsfest

 Er war die vergangenen 20 Jahre Stimme und Gesicht der Katholischen Kirche in Mannheim – verlässlich, zugewandt, mit einem offenen Ohr für Menschen und Themen, die Stadt und Kirche bewegen: Stadtdekan Karl Jung. Bis zum 31. Dezember 2025 ist er noch im Amt. Die offizielle Verabschiedung durch den Generalvikar der Erzdiözese Freiburg, Christoph Neubrand, findet allerdings bereits am Donnerstag, 16. Oktober 2025, um 18 Uhr in der Jesuitenkirche statt.

Zweifellos hat Dekan Jung in 20 Jahren ein Stück Mannheimer Kirchengeschichte mitgeschrieben. Er ist Leitender Pfarrer mehrerer Seelsorgeeinheiten im Dekanatsgebiet, das neben Mannheim auch Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen umfasst, ist Vorsitzender des Caritasrates und zahlreicher weiterer kirchlicher Gremien, zudem Prior im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und in vielen Bereichen Ansprechpartner der Stadt Mannheim.
 
Seit seiner Wahl zum Stadtdekan 2005 steht Jung für eine Kirche, die bodenständig und dialogbereit ist, die zuhört, Mut macht, Miteinander stiftet und sich öffnet. Das Miteinander war und ist ihm Herzensanliegen – zwischen Konfessionen, Generationen und Lebenswelten. „Kirche mitten in der Stadt“ ist für ihn daher nie nur ein Slogan gewesen. Seinen oft verwendeten Gruß „Mit Euch unterwegs“ lebt er aus der Überzeugung heraus, dass Kirche dort lebendig ist, wo Menschen einander begegnen.
 
Karl Jung hat Kirche daher auch nie nur verwaltet, sondern aktiv mitgestaltet. Meilensteine wie eine Ökumenische Rahmenvereinbarung, die erste Ökumenekirche der Quadratestadt und weitere nachhaltige – oft überkonfessionelle – Kooperationen sind ebenso untrennbar mit seiner Amtszeit verbunden wie bundesweit beachtete Veranstaltungen. Beispiele hierfür sind unter anderem der 98. Deutsche Katholikentag 2012 und „Kirche auf der BUGA 23“.
 
Ökumene ist für Jung kein Stichwort – „sie ist eine Herzensangelegenheit“, betont der 66-Jährige.  Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen, Dekan Ralph Hartmann, hat er ökumenische und interreligiöse Brücken gebaut. Darauf – und auf das gemeinsame Ringen um das Gute in der Stadt – werden in ihren Grußworten während des Abschiedsgottesdienstes Weggefährtinnen und -gefährten wie der Dekanatsratsvorsitzende Hansheinrich Beha, Caritasvorstandsvorsitzende Regina Hertlein, Dekan Ralph Hartmann und Oberbürgermeister Christian Specht sicher eingehen.
 
Dass Karl Jung Spuren hinterlässt, steht außer Frage. Seine 38-jährige priesterliche Laufbahn – vom Kaplan in Karlsruhe über den Dozenten für Sakramentenpastoral in St. Peter (Schwarzwahld) bis zum Stadtdekan in Mannheim – erzählt von einem Leben, das der Kirche dient und den Menschen zugewandt bleibt: mit Herz, Haltung und Humor. Und das bleibt auch im Ruhestand ab 1 .Januar 2026 so, verrät Jung: „Ich werde weiterhin Dienste in der neuen Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Pfarrei St. Sebastian übernehmen.“
 
Nach dem Gottesdienst sind daher auch alle Mitfeiernden im Dekanatshof und im Ignatiussaal (A4,1) zu einem Fest eingeladen – zu einem Abend, der Erinnerungen Raum gibt, Begegnung möglich macht und Gemeinschaft feiert, die laut Jung „Glauben erfahrbar werden lässt – mitten im Alltag, mitten im Leben“. (schu/ Bild: kathma)