Dekan Karl Jung mit Prälat-Bauer-Medaille geehrt
20.10.2025 |
Zum Jahresende beginnt der Ruhestand des Stadtdekans, gefeiert wurde der Abschied schon jetzt – mit Dank, Applaus und einer besonderen Auszeichnung
Nach zwanzig Jahren an der Spitze der Katholischen Kirche in Mannheim ist Dekan Karl Jung am 16. Oktober durch den Generalvikar der Erzdiözese Freiburg Christoph Neubrand offiziell verabschiedet worden. Für sein Wirken wurde er mit der höchsten kirchlichen Auszeichnung des Stadtdekanats Mannheim, das auch Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen umfasst, geehrt und erhielt die Prälat-Bauer-Medaille.
Bis zum 31. Dezember 2025 ist Jung noch im Amt. Beim festlichen Abschiedsgottesdienst wurde jedoch spürbar, was Menschen der Region mit ihm verbinden: Glaubensfreude, Dankbarkeit – und ein Stück Heimat. So war die Jesuitenkirche bis auf den letzten Platz besetzt – auf den Bänken, den Emporen, sogar auf den Marmorstufen der Seitenaltäre feierten rund 1000 Menschen seinen Abschiedsgottesdienst mit.
„Ein unglaublicher Anblick!“, staunte auch Oberbürgermeister Christian Specht, als er sich umsah. „Du hast gerufen – und alle sind gekommen“, sagte er mit Blick auf den 66-jährigen Dekan Die Stadtgesellschaft habe sich versammelt: Politik, Verwaltung, Kirche – und viele, die einfach nur danken wollen. „Es heißt oft: Organisationen und Strukturen verändern sich. Was bleibt, sind Persönlichkeiten, Vorbilder und Menschen“, so Specht. „Karl Jung ist mehr als Zahlen und Strukturen. Sein Herz schlägt für die Menschen.“
Spuren hinterlassen
Das betonte auch der Dekanatsratsvorsitzende Hansheinrich Beha: „Du hast die Seelsorge stets in den Mittelpunkt gestellt und warst dabei nicht nur geistlicher Begleiter für viele Menschen, sondern auch ein umsichtiger Verwalter, Berater und Vorsitzender zahlreicher Gremien“. Dabei würdigte er dessen besonderes Engagement, ob in der Leitung des gesamten Dekanats Mannheim inklusive der Verantwortung für Gemeinden, Finanzen, Personal und Gremien, aber auch insbesondere die zusätzliche Leitung von zuletzt drei Seelsorgeeinheiten.
Das betonte auch der Dekanatsratsvorsitzende Hansheinrich Beha: „Du hast die Seelsorge stets in den Mittelpunkt gestellt und warst dabei nicht nur geistlicher Begleiter für viele Menschen, sondern auch ein umsichtiger Verwalter, Berater und Vorsitzender zahlreicher Gremien“. Dabei würdigte er dessen besonderes Engagement, ob in der Leitung des gesamten Dekanats Mannheim inklusive der Verantwortung für Gemeinden, Finanzen, Personal und Gremien, aber auch insbesondere die zusätzliche Leitung von zuletzt drei Seelsorgeeinheiten.
Beha unterstrich, wie sehr Jung Katholische Kirche in Mannheim geprägt, aktiv ökumenische Zusammenarbeit gepflegt und den offenen Dialog zwischen den Religionen gefördert und gelebt habe. „Deine Arbeit hat Spuren hinterlassen, die weit über Mannheim hinaus sichtbar sind“, ist nicht nur der Dekanatsratsvorsitzende überzeugt. Denn die Prälat-Bauer-Medaille – die Jung durch Hansheinrich Beha feierlich überreicht wurde – sei als höchste Auszeichnung der Katholischen Kirche in Mannheim Ausdruck für sein „außergewöhnliches Wirken“. „Sie steht für besondere Verdienste um die Kirche – und sie könnte nicht passender sein, denn wie Prälat Bauer selbst, zeichnen Dich Herzensgüte, Menschenfreundlichkeit und Volksnähe aus“, zitierte Beha aus der Begründung des Verleihungsausschusses. Der Leitende Referent Matthias Leis legte den Dank vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesen Gründen hinzu: „Mut, Verantwortungsbewusstsein, ein offenes Ohr – das war Karl Jung für uns. Und das bleibt er.“
Abschied und Neubeginn
Generalvikar Christoph Neubrand sprach fast nachdenklich. Er weiß, dass diese Verabschiedung nicht nur den scheidenden Dekan betriff. Mit Jungs Ruhestand geht eine Ära zu Ende. Denn mit dessen Amtszeit endet zugleich die 123-jährige Geschichte des Katholischen Stadtdekanats Mannheim, das im Zuge der Strukturreform der Erzdiözese Freiburg aufgelöst wird. Zum 1. Januar 2026 werden die bisherigen Dekanate und Seelsorgeeinheiten zu insgesamt 36 neuen großen Pfarreien zusammengelegt. Das Katholische Stadtdekanat Mannheim wird dann zur Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Pfarrei St. Sebastian.
Generalvikar Christoph Neubrand sprach fast nachdenklich. Er weiß, dass diese Verabschiedung nicht nur den scheidenden Dekan betriff. Mit Jungs Ruhestand geht eine Ära zu Ende. Denn mit dessen Amtszeit endet zugleich die 123-jährige Geschichte des Katholischen Stadtdekanats Mannheim, das im Zuge der Strukturreform der Erzdiözese Freiburg aufgelöst wird. Zum 1. Januar 2026 werden die bisherigen Dekanate und Seelsorgeeinheiten zu insgesamt 36 neuen großen Pfarreien zusammengelegt. Das Katholische Stadtdekanat Mannheim wird dann zur Katholischen Kirchengemeinde Mannheim, Pfarrei St. Sebastian.
„Ich weiß, viele empfinden, dass wir über das Ziel hinausgeschossen sind“, sagt Neubrand. „Aber bei all dem, was wir vermissen, gilt es doch, sich einzulassen auf Neues.“ Gleichzeitig würdigte er Jungs Wirken: „Er hat über zwei Jahrzehnte hinweg eine besondere Rolle gespielt – als Seelsorger, als Gestalter, als Stimme in dieser Stadt.“ Er erinnert an Jungs Engagement beim Deutschen Katholikentag 2012, an die Präsenz der Kirchen auf der Bundesgartenschau 2023 und an das Miteinander der Religionen. „Er hat Kirche geöffnet – und Menschen miteinander verbunden.“ Mit einem „herzlichen Vergelt’s Gott“ dankte Neubrand im Namen des ganzen Erzbistums.
Bewegter Blick zurück
Die Grußworte ließen die Tiefe dieser Verbundenheit noch greifbarer werden: „Du bist ein echtes Bloomaul“, sagte Oberbürgermeister Specht mit einem Augenzwinkern und verwies auf den gleichnamigen Mannheimer Orden, den Jung 2010 erhielt – als Auszeichnung für seine spürbare Verbundenheit mit der Kurpfalzmetropole. Er würdigt Jung als Brückenbauer, als jemanden, der Kirche offen, freundlich und mutig gestaltet hat: „Du hast gezeigt, dass Glaube mitten im Leben stattfindet.“ Besonders hob er Jungs Bemühen um den interreligiösen Dialog hervor. „Karl, du bist nahbar, humorvoll, menschlich – und genau deshalb bist du in Mannheim so geschätzt“, schließt Specht. Zum Abschied überreicht er ihm ein Bild der Jesuitenkirche – „damit du weißt, dass wir dich hier immer wieder gerne sehen werden“ und mit Blick auf mehr freie Zeit in der „Aktiv-Rente“ noch einen Kochkurs-Gutschein.
Die Grußworte ließen die Tiefe dieser Verbundenheit noch greifbarer werden: „Du bist ein echtes Bloomaul“, sagte Oberbürgermeister Specht mit einem Augenzwinkern und verwies auf den gleichnamigen Mannheimer Orden, den Jung 2010 erhielt – als Auszeichnung für seine spürbare Verbundenheit mit der Kurpfalzmetropole. Er würdigt Jung als Brückenbauer, als jemanden, der Kirche offen, freundlich und mutig gestaltet hat: „Du hast gezeigt, dass Glaube mitten im Leben stattfindet.“ Besonders hob er Jungs Bemühen um den interreligiösen Dialog hervor. „Karl, du bist nahbar, humorvoll, menschlich – und genau deshalb bist du in Mannheim so geschätzt“, schließt Specht. Zum Abschied überreicht er ihm ein Bild der Jesuitenkirche – „damit du weißt, dass wir dich hier immer wieder gerne sehen werden“ und mit Blick auf mehr freie Zeit in der „Aktiv-Rente“ noch einen Kochkurs-Gutschein.
Ökumene als Herzensanliegen
Der Evangelische Dekan Ralph Hartmann erinnerte ebenfalls voller Dank an Jahre des Miteinanders mit ökumenischen Gottesdiensten, Kircheneinweihungen und augenzwinkernd auch an den gemeinsamen Segen für den amtierenden Oberbürgermeister und Stadt Mannheim. „Wir standen Seite an Seite an schwierigen Tagen unserer Stadt. Es ist uns gelungen, mit einer gemeinsamen christlichen Stimme zu sprechen – und es war ein Geschenk, dass das so leicht und selbstverständlich möglich war.“
Der Evangelische Dekan Ralph Hartmann erinnerte ebenfalls voller Dank an Jahre des Miteinanders mit ökumenischen Gottesdiensten, Kircheneinweihungen und augenzwinkernd auch an den gemeinsamen Segen für den amtierenden Oberbürgermeister und Stadt Mannheim. „Wir standen Seite an Seite an schwierigen Tagen unserer Stadt. Es ist uns gelungen, mit einer gemeinsamen christlichen Stimme zu sprechen – und es war ein Geschenk, dass das so leicht und selbstverständlich möglich war.“
Wie viel Freude und wie viele Projekte nur durch die Zusammenarbeit von Evangelischer und Katholischer Kirche in Mannheim möglich waren, macht Hartmann deutlich: „Ökumene war für dich nie nur ein Handlungsfeld, sondern eine Haltung.“ Damit überreichte Hartmann als Dankeschön ein kleines Ökumene-Schiffchen. „Die Symbole auf den Segeln zeigen die gemeinsame Reise, die wir miteinander erlebt haben. Das Schiff trägt den Namen ‚Karl‘ und mag auf den ersten Blick noch etwas zaghaft wirken – aber es ist seetüchtig.“ Damit verbunden ist Hartmanns Einladung zu einer gemeinsamen Ausfahrt auf dem Kirchenschiff Wichern im Mannheimer Hafen „– bei schönem Wetter, mit einem Glas Wein oder einem kleinen Picknick.“
Leidenschaft, Menschlichkeit und Strahlkraft
Dekan Jung ist neben vielen weiteren Ämtern auch Vorsitzender des Caritasrats und das „mit vollem Herzen und Überzeugung“, betonte Caritas-Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein. Caritas und Kirche seien für ihn „untrennbar verbunden“. Sie sieht in Jung auch einen authentischer Glaubenszeugen mit Strahlkraft und durchaus fortschrittlichen Ansichten: „Wenn es nach Dir geht, werden Frauen geweiht und das Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung“, sagt sie begleitet vom Applaus der Gottesdienstbesucher. Froh sei sie, dass Karl Jung sich auch weiter im Caritasverband Mannheim engagieren will: „Wir danken dir für deine bedingungslose Hingabe an die Caritas, für dein offenes Ohr, für dein Herz für die Menschen, und dafür, dass wir auch weiterhin auf dein Wissen, deine Erfahrung und deine Menschlichkeit zählen dürfen – nun ehrenamtlich, aber mit derselben Leidenschaft.“
Dekan Jung ist neben vielen weiteren Ämtern auch Vorsitzender des Caritasrats und das „mit vollem Herzen und Überzeugung“, betonte Caritas-Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein. Caritas und Kirche seien für ihn „untrennbar verbunden“. Sie sieht in Jung auch einen authentischer Glaubenszeugen mit Strahlkraft und durchaus fortschrittlichen Ansichten: „Wenn es nach Dir geht, werden Frauen geweiht und das Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung“, sagt sie begleitet vom Applaus der Gottesdienstbesucher. Froh sei sie, dass Karl Jung sich auch weiter im Caritasverband Mannheim engagieren will: „Wir danken dir für deine bedingungslose Hingabe an die Caritas, für dein offenes Ohr, für dein Herz für die Menschen, und dafür, dass wir auch weiterhin auf dein Wissen, deine Erfahrung und deine Menschlichkeit zählen dürfen – nun ehrenamtlich, aber mit derselben Leidenschaft.“
„Dekan i.R. – also in Rufweite“
Als Jung schließlich selbst sichtlich bewegt spricht, senkt sich Stille über das Kirchenschiff: „Ich bin emotional aufgewühlt – aber das ist gut so.“ Er dankt seinen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, seiner Familie – insbesondere seiner fast 90-jährigen Mutter – und er lächelt: „Es ist mir wichtig, dass mit dieser Auszeichnung nicht nur ich geehrt werde, sondern alle Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Menschen, die das Leben der Kirche in Mannheim gestalten.“ Außerdem freut er sich sichtlich, weiterhin in Mannheim aktiv zu sein – „dann als Subsidiar, als helfender Geistlicher – oder wie jemand zu mir sagte: Dekan i.R. – aber das steht nicht für in Ruhe, sondern für in Rufweite. Und das gefällt mir.“
Als Jung schließlich selbst sichtlich bewegt spricht, senkt sich Stille über das Kirchenschiff: „Ich bin emotional aufgewühlt – aber das ist gut so.“ Er dankt seinen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, seiner Familie – insbesondere seiner fast 90-jährigen Mutter – und er lächelt: „Es ist mir wichtig, dass mit dieser Auszeichnung nicht nur ich geehrt werde, sondern alle Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Menschen, die das Leben der Kirche in Mannheim gestalten.“ Außerdem freut er sich sichtlich, weiterhin in Mannheim aktiv zu sein – „dann als Subsidiar, als helfender Geistlicher – oder wie jemand zu mir sagte: Dekan i.R. – aber das steht nicht für in Ruhe, sondern für in Rufweite. Und das gefällt mir.“
Ein herzliches Lachen erfüllt das Gotteshaus: Denn was alle Laudatoren betonten, macht Jung auf seine ihm eigene Art deutlich – seine Amtszeit als Dekan endet, und doch bleibt er: der Seelsorger, Netzwerker und Freund, wie er ist – und weiter mit Gottes Segen mit den Menschen der Stadt und der Region unterwegs. (schu)





