Wenn wir hier in dieser Ausgabe die 1958 fertiggestellte Klais-Orgel op. 1132 der nach dem 2. Weltkrieg wiederaufgebauten Kirche St. Peter in Mannheim vorstellen, so sind ihre Tage – zumindest in Verbindung mit dem bestehenden Kirchenraum – bereits so gut wie gezählt, denn der Abbruch oder zumindest der Umbau des verhältnismäßig großen Gotteshauses befindet sich bereits in Planung.
Wenigstens optisch unterscheidet sich das Instrument deutlich von seiner kurzlebigen Vorgängerin, die sich sehr harmonisch in die rückwärtige Architektur der ersten St.-Peter-Kirche eingefügt hatte. Das Positiv steht so weit abseits von der übrigen Anlage, dass selbst eingefleischte Kenner von St. Peter bis vor kurzem glaubten, bei ihm handele es sich um eine komplett separate Orgel.
In den letzten Jahren litten vor allem Schwellwerk und Zungen doch recht unter den heftigen Temperaturschwankungen in der Hallenkirche, welche auch auf die stark beeinträchtigte Heizungsanlage zurückzuführen sind. Doch scheint die alte Dame im Großen und Ganzen wenig von ihrer mächtigen Klangfülle eingebüßt zu haben. Das Entfernen des grünen Teppichs aus den Gängen des Kirchenschiffs vor einigen Jahren kam dem nur zugute.
Den Sachverständigen, der das gute Stück 2018 begutachtete, schienen weniger die fast ständig vorhandenen kleinen Macken und Defekte oder die veraltete Technik der schwächelnden Tremulanten umzutreiben, als der Brandschutz: Daher wurde vor wenigen Monaten die 60-jährige, vermeintlich akut brandgefährdete Jubilarin endlich mit einem Handfeuerlöschgerät und einem Notausschalter ausgestattet.
Hier gibt es die Disposition der Klais-Orgel als Download:


